Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus: Gedenktag hat auch mit Denken zu tun – Teil 2

Wie im ersten Teil angekündigt, stelle ich eine kleine Auswahl von Methoden vor, mit denen Willkürherrschaften wie bspw. der Nationalsozialismus funktionierten bzw. funktionieren. Eine Übersicht als auch eine Gedächtnisstütze für die verschiedenen Techniken, die im Text ausführlicher erklärt sind, erhältst du von den fiktiven Nachrichtenmeldungen auf den Bildern.

Angst schüren

Angst verursacht einen Tunnelblick und schaltet das vernünftige Denken aus. Ein primitiveres Denken nimmt überhand. Der Grund: Es ist das evolutionsgeschichtlich ältere Verhalten. Die frühen Säugetiere konnten bei Angst nicht überleben, wenn sie versuchten, vernünftig zu denken, sie hatten sonst keine Zeit, sich gegen Gefahren zu wehren. Wenn sie einem Löwen begegneten, mussten sie flüchten oder kämpfen und blitzschnell entscheiden, ob das eine oder das andere. Bei primitiveren Tieren ist das von Affekten gesteuerte Verhalten das vorherrschende, beim Menschen existiert es parallel zum vernünftigen Denkverhalten. Bei starken Affekten wird das vernünftige Verhalten ausgeschaltet, der Mensch orientiert sich dann an Heuristiken, simplen Denkschablonen, die in wilder Natur sicherstellen, dass in sehr kurzer Zeit eine verhältnismäßig gute Entscheidung getroffen werden kann. Das heißt, eine Entscheidung, die dafür, dass nur sehr kurz darüber nachgedacht wurde, nicht allzu miserabel ist. Wenn dieselben Affekte in unserer modernen Welt vorkommen, stimmen häufig die Heuristiken nicht mehr, weil sie nicht passend zur modernen Welt entstanden sind. Ganz besonders dann, wenn es der Plan manipulativer Interessengruppen ist, diese Affekte gezielt herbeizuführen und dazu zu instrumentalisieren, eine vorkalkulierte Entscheidung dieser Menschen zu erzielen.

Wenn Angst geschürt wird ohne Hinweise darauf, wie man sich verhalten soll, führt es zum Einfrieren des Verhaltens. Wenn aber die Verhaltensvorgaben gleich mitgeliefert werden, dann führt es dazu, dass das Verhalten unkritisch an die Verhaltensvorgaben angepasst wird (Goldstein, Martin, Cialdini; Seite 55)

Aus Angst wird häufig Hass. Angst in Kombination mit Hass wirkt sich dann noch manipulativer aus (Geranandi, Klevesath, Wellman. In Welt der Wunder 11/16: Wie manipuliert man ein ganzes Volk. Seite 23)

Im Nationalsozialismus hatten die Menschen Angst vor Juden und dem Kommunismus, davor, dass die Volksgesundheit besudelt wird, oder dass sie von Bolschevisten ausgeweidet würden.

Es könnte auch funktionieren, wenn den Menschen von einer nach Europa gekommenen, giftigen Spinnenart erzählt würde und mit gruseligen Bildern in sämtlichen Medien wiederholt die Vorstellungen gruseliger Folgen konkret empfindbar gemacht würden.

Sündenbock-Taktik

Menschen sehnen sich nach einfachen Lösungen. Wenn ein Mensch Frustrationen erlebt, was gibt es da einfacheres als einen Sündenbock. Schuld möchte man ohnehin von sich weisen. Wie Alfred Adler treffend sagte: „Schuld sind immer die anderen.“

Es wird also ein Sündenbock präsentiert, der möglicherweise für bestimmte, besonders ins Bewusstsein gerufene Unannehmlichkeiten hinhalten muss, oder für eine sehr allgemeine Menge von Unannehmlichkeiten. Typisch ist dabei, dass die Sündenbock-Taktik verknüpft wird mit dem Hang der Menschen, Ausflüchte für deren Versagen zu suchen. Das ist der Grund, warum Neonazismus bei Schulabbrechern und Arbeitslosen so gut ankommt. Nicht sie sind schuld, dass sie keine Arbeit haben, sondern die Ausländer müssen als Sündenbock hinhalten, weil sie angeblich den Arbeitsplatz weggenommen hätten, den sie sonst bekommen hätten. Und dies – so ihre Behauptung – selbstverständlich auch nur deshalb, weil die Ausländer politisch bevorzugt würden. Andererseits müsste sich hier das Individuum ja noch damit auseinandersetzen, ob der jeweilige Ausländer, der angeblich den Job weggenommen hat, vielleicht besser qualifiziert war. So können sie die unbehagliche Diskussion um die beruflichen Fähigkeiten gleich ganz vermeiden. Auch dieses Denken: „Ich könnte so viel im Leben erreichen, wenn nicht … “ wird in mehrfacher Ausführung in Alfred Adlers Werk „Menschenkenntnis“ beschrieben. Die Sündenbock-Taktik bietet denen, die Mitmachen, eine Müllhalde für deren Frustration. Sie leben dann in der Illusion, dass nach der Ausschaltung des Sündenbocks die große Erlösung auf sie warten würde.

Im Nationalsozialismus mussten die Juden als Sündenböcke hinhalten. Die Deutschen, so dachten die Nazis, würden viel mehr in der Welt gelten, wenn die Juden es ihnen nicht kaputt gemacht hätten. Auf einem Propagandaplakat vom November 1931 heißt es „Wo etwas faul ist, ist der Jude die Ursache“.

Einen Ausnahmezustand ausrufen

Die „Welt der Wunder“ Ausgabe vom November 2016 hatte einen Artikel Namens „Wie manipuliert man ein ganzes Volk? Die verbotenen Erfolgs-Strategien der Nazis … und wie Putin, Erdoğan, Trump & Co. sie heute wieder anwenden“ Dort heißt es zu den bereits im Hitler-Regime bekannten Taktiken: ‚“Der Reichstag brennt“, sagt Goebbels tonlos. […]. [Hitler] will es sehen, sofort. […]. [Er] weiß: Dieser Anschlag vom 28. Februar 1933 ändert alles – er ist ein Freifahrtschein, der ihm weitreichende Möglichkeiten eröffnet, um die demokratische Ordnung vollständig auszuhebeln und all seine Feinde […] aus dem Weg zu räumen. Noch in der Brandnacht werden allein in Berlin 1500 Mitglieder der KPD festgenommen. Nur einen Tag später erlässt Hitler, der gerade einmal seit vier Wochen Reichskanzler ist, eine Notverordnung „Zum Schutz von Volk und Staat“ [Anmerkung: Heute würde man sagen: Zum Schutz der Menschen und des Landes], um den Ausnahmezustand per Gesetz zum Dauerzustand zu machen. Die Grundrechte sind damit außer Kraft gesetzt […].‘

Es wird also ein Ausnahmezustand ausgerufen, um sämtliche sonst geltenden Gegenargumente auszuhebeln, zusätzlich zu der verblendenden Angst, die wir bereits erörtert haben. Vergleiche mit zuvorigen Lösungsansätzen sollen nicht gezogen werden. Diesen Trick gibt es auch in anderen Kontexten wie bspw. im Kontext von Gerichtsverhandlungen. Man spricht auch von „Special Pleading“, also einem Plädoyer, das auf eine Ausnahmesituation hinweist, wo also die übliche rechtliche Würdigung nicht gelten soll und umso mehr Platz ist für weitere Manipulation, weil dem Ratio außerdem die Orientierung an anderen rationalen Urteilen fehlt. Jedoch: eine aufschlussreiche Analogie lässt sich immer finden. Aber wer hat noch nie einen Freund oder einen Partner im Streit sagen gehört „Das ist aber was anderes!“, obwohl es genau das gleiche war?

„Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen“ war auch eine gängige Argumentation der Nationalsozialisten. Der Satz ist natürlich nicht ganz falsch, allerdings mit großer Vorsicht zu genießen.

False Flag Attacken

Dass der erwähnte Reichstagsbrand ein willkommenes Geschenk der Hitler-Gegner war, welches Hitler diesen Freifahrtschein gab, ist die eine These. Die andere, in Geschichtsforschung sogar vorherrschende These ist, dass das Hitler Regime selbst den Brand gelegt hat; Hitler sich also selbst einen Freifahrtschein ausstellte. Solche Taschenspielertricks werden auch heute gerne vorgeführt, um die Menschen, auf gut Deutsch gesagt, zu verarschen. Um die Sache zu verschleiern werden gerne Nachrichten oder Hinweise gestreut, welche die Tat den eigenen Feinden zuordnen lässt, damit der Freifahrtschein für drakonische Maßnahmen nicht vereitelt werde. Dieses schlechte Benehmen, während der Angeheuerte die Flagge des Feindes trägt, nennt man False Flag Attacken. Die False Flag Attacke kann auch auf argumentativer Ebene geschehen, wenn nämlich jemand, der sich für eine bestimmte gesellschaftliche Gruppierung ausspricht, dies so lächerlich und schlecht macht und die denkbar schlechtesten Argumente in den Vordergrund stellt, dass jeder, der die Nachricht empfängt und noch kein Abschließendes Bild von dieser Gruppierung gemacht hat, schließen muss, dass die Menschen dieser Gruppierung wohl einen an der Klatsche haben müssen. In Wirklichkeit war der Spinner aus genau dem anderen Lager und hat erfolgreich seine Feinde in Verruf gebracht. Weil Menschen mitunter auch manchmal für unvernünftige Gründe die vernünftigen Schlüsse ziehen, bietet auch jeder, den man innerhalb des feindlichen Lagers aufspürt, der sehr schlechte Argumente liefert oder sich schlecht benimmt, eine gute Gelegenheit, das feindliche Lager in Verruf zu bringen. Man muss diesen Menschen nur in den Vordergrund stellen und ihn zum Maskottchen seiner Gruppierung aufblasen. Eine willkommene Geste bei Menschen, die einfache Gründe haben möchte, um ihre Urteile zu fällen. Diese sind dann auf das sogennante Strohmann Argument hereingefallen. Mit der Wiederholung von als typisch dargestellten Eigenschaften der Gegner des Regimes, wird das karikierte Bild zu einem Stereotyp. Anstelle eines Prototypen, also eines auf Erfahrung basierenden typischen Bildes einer bestimmten Gruppierung, herrscht nun das Stereotyp vor, also ein auf Schilderungen von Autoritäten und/oder der Allgemeinheit als typisch behauptetes Bild. Dieses Bild wirkt so stark, dass es die Wahrnehmung des Feinbildung verzerrt, so stark, dass es wieder konform ist mit dem erlernten Stereotyps. Siehe auch: Werth & Mayer, S. 22.

Die Tatsachen verdrehen

Hört sich nicht spezieller an als der ganz normale Zickenkrieg zweier Klassenkameraden, die sich nicht ausstehen können. Aber wie kann ein Regime in professionellem Stil die Tatsachen verdrehen? Stell dir vor es ist ruhig in deiner Nachbarschaft, ein seelenruhiger Tag in einer ruhigen Gegend, die Vögel zwitschern, man hört es leise im Hintergrund. Du siehst deinen Nachbarn aus der Terrassentür herauskommen und er fängt an zu schreien (das folgende kommt alles aus dem Munde deines Nachbarn): „Sei doch mal leise! Was soll dieses Geschrei?! Ist jetzt endlich mal Ruhe?! Du schreist doch hier so rum! Was soll der Lärm? Halt endlich die Klappe! Du bist doch hier so laut.“ Na? Was sagst du zu deinem Nachbarn? Schreist du zurück, dass er doch derjenige sei, der hier so rumschreit? Welchen Sinn hätte das? Diesen Part hat er längst vorweggenommen. Zumal: wie sieht das für einen Außenstehenden aus? Zwei Leute, die beide herumschreien und sich dessen gegenseitig beschuldigen, lachhaft. Was kannst du da noch tun? So ziemlich gar nichts; du bist schachmatt.

Was ist hier passiert? Der Nachbar hat vorweggenommen, was er dir antut. In einer Zeit nach Hitler, wo sich die Menschen geschworen haben, so etwas wie Judenvergasen nie wieder passieren zu lassen, was gäbe es da für jemanden, der nochmals die gleiche Nummer bloß mit anderer Kosmetik durchziehen möchte, genialeres, als seine Gegner von Anfang an als Nazis zu bezeichnen. So als wäre seine Agenda eine antifaschistische Agenda. Zum einen kommt das gut an, weil die Menschen vom Faschismus vorgeschädigt sind. Zweitens wird es dem neuen Faschismus nicht gefährlich, denn die allermeisten Menschen, die das Nazideutschland unserer Geschichte schlecht finden, kennen lediglich die Kosmetik, nicht die psychologischen Prinzipien, die wirkten. Und drittens kommt keiner auf die Idee, dass es genau anders herum ist, dass er der Nazi ist: die Menschen werden verblendet.

„In Rome, they found the smartest Jesuit they had. A brutal butcher sits in Moscow. They form the front, and the Jew is behind them all. That no longer worries us, but we must see what is happening clearly and talk about it openly. Believe me, our enemies in the political confessional churches know that the hocus pocus they show to the world is only a bluff. They bluff anyway, and it depends on whether they can find enough idiots to believe them.“ hieß es in einer (Übersetzung einer) Rede von Dr. Robert Ley „Wir oder die Juden.“, so als wären es die Feinde der Nationalsozialisten, die bluffen und täuschen. Es waren die Nazis, die sagten, sie würden „keine Sekunde“ zweifeln, „dass Deutschland siegt“. Und es waren selbstverständlich die Nazis, die das Volk täuschten und manipulierten.

Vielen Dank an: Krysztof Niewolny, Joel Muniz, Scott Rodgerson, Norbert Buduczki und Gayatri Malhotra für deren Bilder auf freier Lizenz, die ich retouchiert und beschriftet habe für die fiktive Willkürherrschaft mit den Giftspinnen. Die Bilder habe ich alle auf Unsplash.com gefunden, vielen Dank an der Stelle auch an Unsplash.com.

Sponsored Post Learn from the experts: Create a successful blog with our brand new courseThe WordPress.com Blog

Are you new to blogging, and do you want step-by-step guidance on how to publish and grow your blog? Learn more about our new Blogging for Beginners course and get 50% off through December 10th.

WordPress.com is excited to announce our newest offering: a course just for beginning bloggers where you’ll learn everything you need to know about blogging from the most trusted experts in the industry. We have helped millions of blogs get up and running, we know what works, and we want you to to know everything we know. This course provides all the fundamental skills and inspiration you need to get your blog started, an interactive community forum, and content updated annually.

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus: Gedenktag hat auch mit Denken zu tun – Teil 1

Am 27. Januar wurde den Opfern des Nationalsozialismus gedacht. Vor 76 Jahren befreite die Rote Armee Auschwitz.

Das Leid, das in jener Zeit angerichtet wurde, können Menschen nicht ohne weiteres begreifen. Zumal: die Zahl der Opfer übersteigt das Ausmaß jeden Stammes, der den Menschen im Verlauf der Evolution geprägt hat. Ganz zu schweigen davon, dass wir längst in einer Welt leben, in der es wünschenswert wäre, dass Menschen einen Kreis um sich ziehen, der über den eigenen Stamm hinausreicht.

Interessanterweise wird zutreffend ausgesagt, dass sich in anderer Form wieder Faschismus in unserer Welt auftue. So z. B. in der Rede von Woflgang Schäuble im Bundestag. Das war zu befürchten. Die Menschen haben gelernt, es ist nicht gut, Juden zu vergasen. Aber ist es besser, Moslems zu mobben, Frauen eine Entfaltung ihrer Sexualität zu verwehren, Andersdenkende mit Strohmann-Argumenten zu diffamieren? Und andererseits: es ist nicht schön morgends aufgrund seiner Morgenmuffeligkeit zu seinen Mitmenschen unfreundlich zu sein, aber ist es Faschismus? Wie allgemein ist also Faschismus, und wie speziell ist er, d. h. welche Einschränkungen sind in einer sinnvollen Definition nötig, für die Kennzeichnung jener Sache, die gemeint ist? Albert Einstein, ein Jude, falls es eine Rolle spielt, sagte einmal – vielschichtig treffend: „Mache die Dinge so einfach wie möglich. Aber nicht einfacher!“ Wie können wir diese Weisheit auf das vorliegende Problem anwenden, um Parallelen zum Dritten Reich erkennen und benennen zu können?

Und das ist alles andere als einfach. Es gibt nicht deshalb Politikwissenschaft und etliche Fachliteratur darüber, mit welchen Mitteln die Politik korrumpiert werden kann, weil das eh jeder weiß, der mal beim Bäcker eine Titelseite über Helmut Kohl gelesen hat.

Wir sind stolz auf unsere Demokratie. Aber ist es eine Demokratie oder ist es eine Scheindemokratie? Können wir wirklich frei mitentscheiden? Ganz sicher? Politisch, rechtlich, psychologisch? Effektiv? Man kann nie ganz sicher sagen, dass man in einer Demokratie lebt, denn ein typisches Merkmal der Scheindemokratie ist es, dass man sich sicher ist, es wäre eine Demokratie. Karl Poppers Begriff der „Illusion der Immunität“ beschreibt dies: Menschen neigen dazu zu denken, man könnte sie nicht verblenden, sie wären immun gegen psychische Manipulation. Tatsache ist, dass die allermeisten Menschen dazu neigen, einen Blödsinn zu behaupten, solange die meisten Menschen ihres Umfeldes denselben Blödsinn behaupten. So z. B., dass zwei Striche angeblich gleich lang wären, obwohl ziemlich deutlich zu erkennen ist, dass sie sich unterscheiden. Das haben u. a. die Experimente von Solomon Asch gezeigt (Werth & Mayer, S. 288). Mehr noch: wenn ihnen eindeutige Beweise für deren Blödsinnigkeit vorgelegt werden, neigen viele Menschen dazu, ihr blödsinniges Verhalten – nicht zu ändern – sondern vor sich selbst zu rechtfertigen, weil sie die kognitive Dissonanz nicht aushalten können, also den Widerspruch zwischen Verhalten und eigentlicher Überzeugung. So z. B. wenn man Menschen mit finanziellen Anreizen dazu bringt, unwahr vor anderen Teilnehmern zu behaupten, einer langweiligen Aufgabe des Stifte Drehens nachzugehen wäre spaßig, und sie dann später behaupten, und sich gleichsam einreden es hätte aber tatsächlich Spaß gemacht, um damit zu verdrängen, dass sie mit ihrer Lüge etwas unmoralisches getan haben (Festinger). Also nochmal: Leben wir wirklich in einer Demokratie? Wer weiß das schon, außer einem Genie mit einem Doktor in Logik, einem in Politikwissenschaft und einem in Psychologie, das außerdem über viele Jahre hinweg sein eigenes kritisches Denken systematisch dahingehend trainiert hat, sich gegen die vielen Manipulationstechniken zu wehren. Viele reden vom Schrecken des Faschismus, aber wieviele können im Ansatz die Psychologie erklären – nämlich die Frage beantworten, wie das Denken der Menschen so verändert wurde, dass sie Kinder fortschickten mit den Worten „Judenkinder dürfen hier nicht spielen“, oder dass sie „ja“ schrien, als sie nach der totalen Vernichtung gefragt wurden? Und was war so wundersam anders an den Menschen, die damals in ihren Überzeugungen entgegen der Mehrheit unbeirrt weiter logisch dachten.

Es ist zutreffend, dass sich eine neue Form des Dritten Reiches auftut. Diese neue Demokratiefeindlichkeit, die in den Prinzipien dem Hitler Regime gleicht, macht sich nicht deshalb breit, weil vermehrt Menschen aktivistisch werden und ihre Meinung äußern, sondern weil vermehrt versucht wird, eine demokratische Debatte zu verhindern. Allem voran mit Hilfe von Beleidigungen. Beleidigungen sind nicht nur verletzend und widersprechen dem Gesetz der Liebe, sondern sie stellen außerdem einen unangenehmen Reiz dar, welcher eine Bestrafung, also eine Konditionierung bewirkt (vgl. Jarret, S. 16) Mehr Menschen würden unbefangen ihre Meinungen äußern, wenn sie keine Angst hätten, einem Shitstorm ausgesetzt zu sein. Manche von ihnen leugnen ihre tatsächliche Meinung (Werth & Mayer, S. 297). Mich interessiert aber, was meine Mitmenschen wirklich denken. Die Demokratie lebt von freiem Austausch von Meinungen und Informationen.

Wir sollten von unserer Demokratie gebrauch machen, solange wir sie noch nicht gänzlich verloren haben.

Dies ist aber alles nur meine persönliche Meinung, wenn sie dir nicht gefällt, darfst du sie gerne verwerfen. Wer sich wünscht, sie nie gelesen zu haben, könnte eine neurologische Bücherverbrennung vornehmen.

Um einem diktatorischen und faschistischen Regime entgegenzuwirken, ist es hilfreich, die Tricks zu kennen, mit dem ein solches Regime arbeitet. Im nächsten Teil dieses Beitrags werde ich ein paar dieser Tricks vorstellen.

Wo ist Walter, ääh Tiffany: Eine Zerlegung – Teil 2

Wie bereits in Teil 1 angekündigt poste ich heute die aussagepsychologische Analyse des Interviews mit Tiffany Pontes Dover nach ihrem Zusammenbruch bei der Live-Impfung. Ich machte diese Analyse auf Grundlage einer aus Literatur exzerpierten Liste mit ca. 150 verbalen und gut 20 nonverbalen Hinweisen. Wichtig ist, dort sind nicht nur Warnsignale, sondern auch Realitätskriterien aufgelistet – wir wollen uns schließlich nicht in Bestätigungsfehler hineinsteigern. Je nach Einteilung könnten diese Zahlen unterschiedlich ausfallen. Die Sammlung deckt jedenfalls ein breites Spektrum ab, außer bei den nonverbalen Signalen, und stammt aus diversen Quellen.

Es ist eine umfangreiche Auswertung geworden; wenn du die vielen Einzelheiten nicht wissen willst: dann rolle ganz runter zu „Fazit“.

Die Aussagepsychologie beschäftigt sich mit drei Dingen: Die Glaubwürdigkeit der aussagenden Person, die Glaubhaftigkeit der Aussage und die Plausibilität des Behaupteten. Die Glaubwürdigkeit von Tiffany Dover abschließend zu beurteilen, maße ich mir nicht an; ich kenne sie nicht, ich habe allerdings eine günstige Einschätzung hierüber. Laut neueren Erkenntnissen spielt die Glaubwürdigkeit eine Nebenrolle. Zur Plausibilität der behaupteten Tatsachen kann ich wenig sagen. Es ist etwas seltsam, wenn ein „nurse manager“ an einer „vasovagal syncope“ leidet – ein medizinisches Problem, für das laut mayoclinic.org das Symptom möglich ist, dass Betroffene beim Anblick von Blut bewusstlos werden können. Das dürfte bei ihr dann nicht der Fall sein, falls die Behauptung stimmt. Tiffany Dover sagt aber selbst, dass sie bewusstlos werden kann, wenn sie sich den Zeh anstößt. Was ist, wenn sie bei einer Wiederbelebung eines Patienten in der Hektik sich den Zeh anstößt, bewusstlos wird und deshalb der Patient stirbt? Es scheint nicht zu ihrer beruflichen Verantwortung zu passen, zumal eine amerikanische „Nurse“ weit näher an einem Arzt ist als eine deutsche „Krankenschwester“. Wenn sie laut ihrer eigenen Angaben etwa einmal die Woche umkippt und bei leichten Schmerzen wie Nadelstichen dies drohen würde, dann muss auch das Krankenhaus über ihren Zustand Bescheid wissen. Warum wurde sie dann nicht, wie bei diesem Zustand üblich, im Liegen geimpft? Und warum wurde sie dann für diese Publicity genutzt?

Aber sehen wir für einen Moment über die Unplausibilität der von ihr behaupteten Tatsachen hinweg. Dann wäre da noch die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen – wie sieht es da aus? Ich werde euch nun Schritt für Schritt durch das Interview begleiten:

0:00 Als sie zu Anfang des Interviews ihren Namen buchstabiert und ihre Abteilung angibt, gibt uns dies eine leider recht dürftige Verhaltensbaseline. Schade, dass sie zu Anfang nicht länger zu völlig unverfänglichen Fragen interviewt wurde, aber das hätte man eben von den Pressemenschen auch nicht erwarten können.

0:14 Als sie dann ihren Zustand beschreibt, lässt sich ein Strukturbruch im Redefluss erkennen. Bei „[…] overreactive … ehm … vagal response“ kann man außerdem den Eindruck gewinnen, dass sie erst einmal überlegen muss, wie ihr Zustand, der eine große Beeinträchtigung ihres Lebens darstellen würde, überhaupt heißt. Bei „vagal response“ (0:28) kann ich nicht genau sagen, ob sie ein einseitiges Schulterzucken zeigt, ob sich ihre linke Schulter verkrampft oder ob sie gerade mit ihrer linken Hand eine nicht gefilmte Geste macht, die dieses Schulterzucken bewirkt. Die ersten beiden wären jeweils ein Warnsignal, das letztere nicht.

0:29 Anstatt „and so with that“ hätte sie auch sagen können „that means that“ oder „and with this overactive vagal response“ oder anderes. Die von ihr gewählte Formulierung ist ein dezentes Symptom von Distancing, einer Ausdrucksweise, die vermeiden soll, beim Lügen Gewissensbisse zu haben, was gerne am Beispiel Bill Clintons Formulierung „with that woman“ erklärt wird. Das in Kombination mit dem Füllwort „so“, welches hier keine Information liefert.

0:31 Sie sagt „If I have pain from anything, a hangnail or if I stub my toe I can just pass out.“ Keine ungewöhnliche Formulierung, weswegen man gleich den Hänker holen müsste, aber sie sagt in dieser Aussage jedenfalls nicht, dass dies schon einmal passiert ist. Das wäre glaubhafter gewesen als ihre Formulierung. In Kombination mit „with that“ ergibt sich eine etwas schwammige Formulierung, die dafür gedacht sein könnte, nicht so direkt lügen zu müssen. Was für die Glaubhaftigkeit dieser Aussage sprechen könnte, ist, dass sie etwas Peinliches äußert, was eher mit wahren Aussagen korreliert. Insbesondere, wenn im angenommenen Fall einer Lüge eine ebenso zieldienliche Aussage ohne diese Peinlichkeit hätte entstehen können. Einen kleinen Raum der Möglichkeiten, auf nicht peinliche Weise zu fabrizieren, hätte es, denke ich, gegeben, deshalb ist dies ein dezentes Wahrheitskriterium.

0:40 Hier fängt sie ihren Satz an mit: „So, what happened is I started getting …“ Dann setzt sie neu an mit ihrer Formulierung, die Intonation klingt aber so als hätte sie sich nicht etwa berichtigt, sondern als würde sie eine Vorformulierung herausholen und damit die Spontanformulierung ersetzen, weil sie bspw. weniger verfänglich ist. Dann sagt sie: „I get an aura before“, wechselt also von einer nicht distancing language zu Distancing Language, weil sie nach ihrer Umformulierung doch nicht wörtlich ausgesagt hat, dass ihr das so passiert sei, sondern, dass ihr das so passiere, sie erhöht also den Schwammigkeitsfaktor.

0:47 Hier wird sie gleich eigene Empfindungen beschreiben. Das ist ein Realitätskriterium, wobei es wieder innerhalb der Zieldienlichkeit wäre, was die Sache etwas abschwächt. Die Art, wie sie es sagt, ist auch interresant: Sie lehnt sich erst einmal zurück, was schon ein dezentes Warnsignal ist, dann holt sie tief Luft, setzt mit ihrem Intonationsmuster neu an und leiert eine Liste ab: „weak, dizzy, disoriented“. Wenn ich es bildlos angehört hätte, hätte ich vermutlich eine Person vor Augen gehabt, die mit den Fingern zählt. Listen sind häufig vorformuliert, vor allem, wenn sie heruntergeleiert werden. Das ist nicht immer ungewöhnlich, denke ich, wobei viele Kriminologen sagen, das sei grundsätzlich ein Warnsignal. In manchen Fällen ist es das, denke ich, mit ziemlicher Sicherheit. Z. B. wenn jemand die Gründe dafür auflistet, warum er die Tat nicht begangen haben könne, oder eben wenn jemand beschreibt, wie er etwas empfunden hat – in so einem Fall würde die Wahrheit weit häufiger assoziativ, nichtgesteuert erzählt. Das macht Tiffany nicht, sie trägt eine allem Anschein nach einstudierte Liste vor, wie wir früher in der Schule das obligatorische Gedicht vortrugen. In dieser Liste nennt sie zwar innere Tatsachen und auch Wissen über den Zustand, es wird aber nirgends in diesem Zusammenhang das Verflechtungskriterium erfüllt, das etwa gegen die These sprechen würde, dass sie die Krankheit von anderen Personen (bspw. eigenen Patienten oder theoretischer Ausbildung) her kennt und lediglich auf sich selbst verschoben hatte. Eine Verflechtung würde entstehen, wenn sie einen anderen kürzlichen Vorfall beschreiben würde oder erwähnen würde, wie Menschen bei ihr gewöhnlich reagieren, oder irgendetwas, was Nachprüfbarkeit ihres spezifischen Falles herstellen würde. Das ist leider nicht der Fall.

0:50 Bei Sekunde 0:50 erstarrt sie für etwa eine Sekunde mitten im Satz zwischen „just …“ und „… hit me“, was ein Warnsignal ist, was Menschen zeigen, wenn sie darüber nachdenken, was sie sagen sollen und ihre Körpersprache dabei ausstellen, weil in ihnen die Angst brodelt, dass etwas leakt, wenn sie ihrem Körper freien Lauf ließen und sie in dem Moment, vereinnahmt von ihrem Denkprozess, ihre Körpersprache auch nicht im Sinne von Schauspielerei kontrollieren. Im Anschluss an dieses Symptom, immerhin gestikuliert sie, was dezent für Wahrheitsgehalt spricht, kann man ein sehr deutliches Signal erkennen, als sie sagt „… out of the sudden.“ Ihre Mimik hinkt deutlich hinterher, wohingegen die Mimik von wahren Aussagen bei Menschen normalerweise gleichzeitig kommt oder sogar eine kurze Zeit vor der Aussage. Das sind keine Peanuts, das ist ein big one: Red Flag! Irgendwas stimmt nicht mit der Behauptung, dass es unerwartet kam. Möglicherweise hatte sie versucht zu verstecken, dass es ihr nicht gut ging, und hielt es ab einem bestimmten Punkt nicht mehr aus.

0:55 „I felt really diaphoretic.“: „really“ kann als Steigerung verstanden werden so wie das Wort „sehr“, es tritt aber auch als Beteuerungssymptom in Erscheinung. In Kombination mit der darauffolgenden Intonation, die eher wie in einem Verkaufgespräch klingt, also so als würde sie für ihren guten Zustand werben, wo ich außerdem die Erleichterung in ihrer Stimme vermisse, tendiere ich zu der Annahme, dass sie beteuert, was ein Warnsignal ist.

0:59 Bei „but I feel fine now“ kommt die passende Intonation erst am hinteren Zipfel des Satzes, was genauso wie hinterherhinkende Mimik ein Warnsignal ist.

1:01 Hier beteuert sie „the pain in my arm is very minimal actually“, verwendet hierbei außerdem wieder ein Hintertürchen für ihr Gewissen: „actually“, sie sagte ja nur, dass das „eigentlich“ so ist, und als sie im Anschluss sagt „it doesn’t take much“ setzt sie noch einen drauf, indem sie eine Schmeichelbetonung wählt, mit der sie vermutlich den Empfänger ihrer Nachricht dazu bezirzen möchte, ihr zu glauben: Red Flag. Es scheint ihr nicht wirklich gut zu gehen.

1:10 Jetzt wird es noch bizarrer, schnallt euch an: Sie weiß ganz genau, dass sie sechs mal umgekippt ist, bloß in welcher Zeitspanne der Vergangenheit, das muss sie erst einmal überlegen. Wobei sie sich schnell sicher ist, dass das in den letzten sechs passiert ist, sie ist sich bloß noch nicht sicher, „Sag ich jetzt ‚months‘ oder ‚weeks‘? Months klingt nicht dramatisch genug, ich nimm mal weeks.“ Während sie dies überlegt, zeigt sie mit ihrer Körpersprache an, dass sie es sprichwörtlich aus der Luft greift. Bei dem Blick in die Luft, den sie uns zeigt, müsste sie nur noch mit der Hand greifen, dass man meinen könnte, sie hätte diese Zahlen buchstäblich aus der Luft gegriffen. Aber Moment, sie ist ja nicht „approximately“ sechs Mal umgekippt, sondern „probably“. Wieder ein mögliches Hintertürchen, eine Verräterische Redeweise, um ihr Gewissen zu beruhigen?: Es ist alles gut, Tiffany (sagte sie wohl zu sich selbst): Wortwörtlich hast du ja nicht gelogen; du sagtest ja nur „probably“. Also mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ist sie sechs Mal umgekippt, mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nicht, und damit vielleicht null Mal. Ab jetzt kommen auch immer wieder Stellen, wo sie exzessiv nickt, mitunter dabei die Augen schließt, was einmal mehr auf das Symptom Beteuern der Wahrhaftigkeit hinweist.

1:22 Jetzt kommen wieder mehrere Warnsignale gleichzeitig, als sie sagt „No, no, I mean like I said, a hangnail can cause me to have this.“: Sie beginnt mit einem doppelten „no“, einer Multiple Denial, was wieder einmal ein Symptom der Kategorie „Beteuern“ darstellet. Sie fährt fort mit einem Referral, d. h. anstatt etwas auszusagen, weist sie auf etwas hin, was sie zuvor schon gesagt hat. Das tun Menschen, um zu verhindern, nochmal lügen zu müssen. Schlimmer wäre in dem Punkt noch gewesen, wenn sie nicht gesagt hätte „like I said“, sondern „I said“, das hätte in dem Fall aber sehr komisch geklungen. Verschlimmert wird es wiederum durch die Einleitung „I mean“. Sie will das wohl nicht so richtig nochmal aussagen und dazu stehen, sie will vielmehr nur meinen, dass sie soetwas bereits sagte. Sie benutzt auch kein weiteres Beispiel wie „Like I said, even a little pain can cause this to happen, once it was …“ Auch sonst fügt sie dem, was sie doch schließlich bereits gesagt hat, nichts hinzu, wie es ein ehrlich antwortender Mensch gewöhnlich tut, in der Annahme „Vielleicht will der andere es eben genauer wissen, was fällt mir noch dazu ein?…“ Das tut sie nicht und zeigt hiermit namentlich das Symptom Auf Nachfrage Unkonkret. Wir dürfen auch den Kontext dessen nicht vergessen, auf welche Frage sie dies aussagt: die Frage war, ob sie die Impfung bereut! Sie hätte ja bspw. etwaige Ängste vor Covid-19 nennen können. Als Antwort auf diese Frage zeigt ihre Aussage, dass sie vielmehr über Dinge nachdenkt, wie z. B., ob man ihre Hangnail-Story glaubt, anstatt Gründe zu nennen, warum sie sich wohl fühlt oder warum sie findet, dass sich die Impfung gelohnt habe. Das obwohl von keinem Interviewer der Vorwurf gemacht wurde, man würde ihr nicht glauben: Ein Vorwegverteidigungssymptom. Nach dieser dubiosen Aussage folgt dann ein nervöses Lachen, das sich sogar wie ein sogenanntes Erasure anhört, ein Lachen, wie bei jemandem, der nur einen Witz gemacht hat, um die Aussage nicht so richtig so ganz gemacht zu haben. Wieder um ihr Gewissen zu beruhigen?: „Ich habe ja streng genommen keine Lüge gesagt, ich habe ja nur einen Witz gemacht.“

1:26 „It is for me, yes, yes.“ Wieder Auf Nachfrage Unkonkret: sie hatte ja bereits ausgesagt, dass es für sie häufig ist: einmal die Woche angeblich. Sie hätte mit weiteren Einzeilheiten oder mit Konkretem darauf eingehen können. Dies hat sie nicht getan. Das versucht sie wohl mit ihrem doppelten „yes“ auszugleichen: Darauf fallen wir aber nicht herein, wir hätten es gerne genauer gewusst. Sie benutzt immerhin Wörter wie „I“ und „me“, sogenanntes Ownership. Täte sie das nicht, wäre es ein weiteres Warnsignal, namentlich Removal. Das spräche dezent für den Wahrheitsgehalt. Unterm Strich ist diese Stelle aber wieder sehr dubios.

1:29 „Like I said …“ das hatten wir schon mal (Referral). Dennoch äußert sie wieder – zwar potenziell zieldienlicheinnere Prozesse, was dezent für den Wahrheitsgehalt sprechen würde. „… I was trying to push thru, but you know.“: durch das „you know“ umgeht sie eine konkrete Stellungnahme. Sie spricht nicht aus „but then I already collapsed.“ o. ä. Vielleicht weil es ihr peinlich ist, dass sie umgekippt ist, vielleicht, weil sie nicht weiter in Verfängliches eintauchen möchte. In dem Fall neige ich zu ersterem, ich denke in dem Fall lag es einfach daran, dass es ihr peinlich war. Zumal das vielen peinlich gewesen wäre vor live Kameras in Ohnmacht zu fallen.

1:39 Nach dem Interview schaut sie eher traurig, was aber schwer zu beurteilen ist hinter der Maske. Traurige Mimik bedeutet in den allermeisten Fällen entweder Traurigkeit oder Schuldgefühle, bspw. nach dem Lügen. Sie scheint nicht so freundlich zu interagieren; nachdem ihr gedankt wurde, antwortet sie nicht, zudem fährt sie sich durchs Haar: Dieses sogenannte Grooming gilt als ein Warnsignal, zu dem ich aber nicht die Entstehungsgeschichte kenne.

Allgemein In ihrer Gestik ist sie im gesamten Interview sehr zurückhaltend, soweit dies auf der Aufnahme zu sehen ist. Während sie die unverfänglichen Fragen beantwortet, schaut sie die meiste Zeit in Richtung des Fragestellers, bei den Verfänglichen schaut sie die meiste Zeit in die Kamera (dieser Filmung), meidet also den Blickkontakt zum Fragesteller. Sie erwähnt an keiner Stelle, dass sie in ihrem Fall nicht etwa, wie in dieser Krankheit laut mayoclinic.org möglich, umkippt, wenn sie Blut sieht, was für eine Krankenschwester komisch wäre. Sie scheint kurzatmig zu sein oder Atemnöte zu haben, ist also möglicherweise viel angespannter als ich es aus der Stimme heraushöre (heraushören soll?).

Fazit: Sie zeigt einerseits ein paar uneindeutige Warnsignale als auch uneindeutige Realitätskriterien, für die es jeweils alternative Erklärungen gibt. Wenn man dann aber weiterschaut, muss man feststellen, dass auch mehrere Red Flags dabei sind, die eine sehr eindeutige Sprache sprechen und dass gleichzeitig sehr viele Realitätskriterien, die es noch gäbe, in ihren Aussagen nicht erfüllt sind. In einem Unwahrheitsszenario passen die schwammigen Warnsignale gut herein und es lassen sich die möglichen Realitätskriterien auflösen. In einem Wahrheitsszenario komme ich zu überhaupt keiner Kombination möglicher Gegebenheiten, die meiner Einschätzung nach auf eine signifikante Wahrscheinlichkeit hinausläuft. Sie zeigt besonders solche Symptome, die auf bewusste Täuschung hindeuten, eine, für die sie sich nicht besonders viel Mühe zu geben scheint. Ich habe den Eindruck, dass diese schlechte Lügnerin nicht lügen wollte und auch deshalb so schlecht lügt, weil sie ein aufrichtiger Mensch mit einem starken Gewissen ist. Ich denke deshalb es wurde ihr vielmehr aufgetragen zu lügen, vermutlich von Vorgesetzten, und sie gab diesem Druck von Oben nach. Zusammen mit den erwähnten Unplausibilitäten und dem dubiosen Verschwinden von Tiffany Dover darf man annehmen, dass sie nach der Impfung schwer geschädigt oder gestorben ist, und von Anfang an versucht wurde, zu vertuschen, dass ihr die Impfung nicht so gut getan hat, wie das die Aktionäre von Pfizer gerne hätten.

Wie flink bist du mit dem Rechner? Fünf Tipps, wie du an deinem Computer im Mausumdrehen arbeitest.

Wenn du einen Computer hast, dann hast du bestimmt auch längst von Bits und Bytes gehört. Vielleicht auch davon, dass viele Bits ein Byte ergeben. Das gilt auch für dein Zeitmanagement. Hast du schon einmal die Zeit gemessen, die du brauchst, um deinen Bericht zu schreiben, deine E-Mails zu beantworten, oder dein Home Office zu erledigen?

Selbst Büros ließen sich häufig spürbar in ihrer Arbeitsgeschwindigkeit auftunen. Aber zuhause? Home Office liegt im Trend: „Die neue Verordnung von Bundesarbeitsminister Heil ordnet an, dass alle Arbeitgeber überall dort Home-Office anbieten müssen, wo es möglich ist.“ (Quelle: Focus ). Eltern, mit denen ich beruflich zu tun habe oder hatte, die Home Office und Home Schooling gleichzeitig jonglieren, erzählen mir erwartungsgemäß, dass es nicht unbedingt der Hit ist. Auch für sie stelle ich mir Tipps als sehr willkommen vor, mit denen man einfacher im Computer herumnavigieren kann.

Als Schriftsteller und Blogger verbringe ich viel Zeit meines Lebens am nicht mehr wegzudenkenden Elektronikhirn. Zudem bin ich mit Computer aufgewachsen – damals war es noch ein 286er, dessen Standardspruch „C:\>“ lautete, falls das noch jemand kennt, und ich habe einfach Spaß am Computer.

Ich bin ein ziemlicher Chaot, was es angeht, Prioritäten zu setzen und nehme mir sehr viel vor, was ich machen möchte. Deshalb habe ich permanent zu wenig Zeit. Es macht mich nervös, wenn ich merke, dass ich meine Agenda nicht abhake wie geplant. Am liebsten hätte ich, dass der Tag 240 Stunden hätte. Deshalb sammle ich nun seit ein paar Jahren Tricks, wie das richtige Zeitmanagement die einzelne Stunde des Tages produktiver ausschlachtet, vor allem die Zeit am Computer. Häufig merkt man nicht, wie die Geschwindigkeiten einzelner Prozesse (bspw. mit einem alten Prozessor ein Programm zu laden) die kostbare Lebenszeit verstreichen lässt. Wie die Zeit vergeht und wieviel man sparen könnte, wird einem nur schwerlich überhaupt bewusst. Denn wie bereits erwähnt: Viele Bits machen ein Byte!

Wer sich noch gar keine eingehenden Gedanken darüber gemacht hat, der kann seine Geschwindigkeit mit ein paar Tricks schnell mal verdoppeln. Deshalb habe ich eine Liste mit ein paar der wichtigsten hier für euch zusammengefasst.

  1. Schneller Computer

Zwischen einer halben Sekunde und einer ganzen liegen Welten. Ein Programm laden, einen Ordner öffnen, die Datei abspeichern und so weiter und so fort. Hier und da nur mal ganz kurz warten, bis weiter geklickt und getippt werden kann. Diese (vielen!) zwar kurzen Zeitintervalle nicht gedanklich zu verbuchen, ist ein großer Fehler. Da rappelt sich was zusammen. Ein schneller Computer lohnt sich. Das konnte ich deutlich spüren, als ich meine Ratterkiste zum Teufel gejagt hatte. Deshalb lieber eine neue Kiste besorgen, eine mit gutem Prozessor, schneller Festplatte oder SSD und üppig Arbeitsspeicher. Wenn du die neue Kiste hast, kannst du gleich sehen, ob nun der schnelle Computer beim Browsen auf eine Antwort des Internets wartet, weil er längst bereit ist, dann kannst du dir gleich noch eine schnellere Internetverbindung bestellen.

  1. Zehn-Finger System

Ich musste nicht schlecht staunen, als ich einmal im Zug eine Laptopbenutzerin gesehen habe, die mit Zwei-Finger-Suchsystem ungefähr halb so schnell tippen konnte wie eine Sekretärin. Es sah nach Kung-Fu aus. Dieser Anblick ist aber die Ausnahme, die meisten tippen mit zwei Fingern nicht halb so schnell wie sie. Wer auch nur 15 Minuten pro Tag Text tippt, der täte sich selbst einen gefallen, einmalig ein paar Wochen darin zu investieren, dies für alle Zeit vier Mal so schnell zu erledigen. Es fühlt sich nur am Anfang wie ein Krampf an, üben lohnt sich. Z. B. auf Tipp 10 oder mit dem kostenlosen Programm kTouch. Auch eine gute Tastatur mit leichtgängig schwuppenden oder klickenden Tasten (je nach Geschmack) kann sich dann lohnen und das ganze noch schneller machen. Wer noch eine gute Tastatur besorgen muss, dem kann ich ans Herz legen, ein Magic Keyboard zu besorgen, also eines, das noch zusätzliche, programmierbare Knöpfe bietet. Ich drücke hier nur SHIFT + Briefumschlag-Symbol, um meine Vorlage für Briefe zu öffnen.

  1. Tastenkürzel benutzen

Tastenkürzel sind ein Segen: Stelle dir vor du möchtest das zuletzt getippte Wort kopieren. Die Hand zur Maus bewegen, primärer Doppelklick, dann sekundär klicken, „kopieren“ ansteuern, Primärklick… das dauert etwa 4-5 Sekunden. CTR+SHIFT+Linke Pfeiltaste, dann CTR+C, das dauert keine 2 Sekunden. Doppelt so schnell zu arbeiten ist was tolles. Es gibt grundsätzlich mehr Tastenkürzel als Menschen denken und es können in vielen Programmen und Betriebssystemen eigene Tastenkürzel eingestellt werden, z. B. im Text Editor „Kate“. Es lohnt sich in der Hilfe-Datei seiner Programme oder auf deren Webpräsens nachzusehen. Es gibt aber noch verborgenere Abkürzungen: manchmal ist der Weg mit der Maus der kürzere. Dafür brauche ich noch nicht einmal eine Maus mit zusätzlichen programmierbaren Seitenknöpfen, wobei ich meinem Zeitmanagement auch diesen Luxus gewährt habe. Ein Bild von einer Website auf meinem Computer zu speichern und sie dann in LibreOffice in ein Dokument einzufügen kostet mich etwa 4 Sekunden. Wie ich das mache? Ich ziehe das Bild von Firefox in meinen File Browser (PCMan), dann greife ich es von dort noch einmal und ziehe es in mein LibreOffice-Dokument. Wobei wir auch schon beim nächsten Thema wären, denn ich muss dafür keinerlei Fenster öffnen, schließen, minimieren, maximieren oder vor Wut die Scheibe einschlagen:

  1. Mehrere Bildschirme oder großen Bildschirm verwenden

Wie bereits angedeutet, kann auch der Bildschirm bei der Geschwindigkeit helfen. Ich benutze einen 4K-Bildschirm zum arbeiten und ich liebe es (Screenshot). Ich habe die Fenster so angeordnet, wie ich es optimal finde. Auch das viele hin- und herklicken anstatt einfach nur in eine andere Ecke zu gucken, sind viele Bits, die sich zu Bytes ansammeln und das Zeitmanagement kaputt machen. Manche Programme merken sich die zuletzt gewählte Größe oder sogar Position des Fensters, so muss ich sie nach dem Hochfahren auch nicht großartig einstellen. Wie man sehen kann benutze ich in meinem Texteditor eine Zeilenlänge im optimalen Bereich, d. h. mein Auge muss weder ständig in eine neue Zeile springen noch ist es anstrengend die nächste Zeile mit dem Blick zu erwischen (Quelle: Typo-Info) . Diesen Komfort hat man eben mit einem großen Bildschirm. Andere schwören darauf, zwei Bildschirme zu verwenden, was sicherlich andere Vorteile hat. Denn es ist nicht dasselbe, bspw. kann ich auf dem einen Bildschirm ein Fenster maximieren, um damit genau die eine Hälfte meiner Verbildschirmung zu bedecken.

  1. Software

Zu Software gäbe es sicherlich viel zu sagen, weil es natürlich viele Softwares gibt. Es lohnt sich jedenfalls sich anzusehen, welche Software für den Zweck und für dich als Nutzer optimal flutscht. Auch lohnt es sich anzusehen, wie sich die Software optimal einstellen lässt. Ich möchte das mal am Beispiel Firefox verdeutlichen. Dort habe ich Bookmarks häufig besuchter Seiten in meine „Bookmarks Toolbar“ eingefügt, und zwar ohne Text, ich erkenne diese häufig benutzten Links Natürlich am Icon. Mit einem Klick kann ich das Wetter meines Wohnortes anzeigen lassen, indem ich selbstverständlich nicht https://www.donnerwetter.de als Link in meiner Bookmarks Toolbar hinterlasse und dann meinen Wohnort eingebe, stattdessen habe ich dies nur einmal gemacht und dann die entsprechende Ziel-URL abgespeichert. Die Suchfunktion der Adressleiste toppt es aber noch. Ich brauche – mit dem Firefox Fenster aktiviert – vielleicht etwas mehr als 2 Sekunden, um Art. 5 Grundgesetz aufzuschlagen: F6 + „jur 5 gg“ + Enter. ‚jur‘ ist für mich das Keyword für die Adressleiste, um auf dejure.org zu suchen. Du kannst dies in den Sucheinstellungen von Firefox einstellen. In etwa drei Sekunden habe ich eine Karte meines Wohnortes: F6 + „osm Gundelfingen“ + Enter. ‚osm‘ steht für die Suche mit OpenStreetmap.

Ich hoffe dir hat meine Sammlung gefallen und auch genützt. Wenn du weitere Tipps hast, hinterlasse sie gerne in einem Kommentar. Lasst mich wissen, wenn es mehrere Menschen gibt, die sich eine Zugabe aus meiner noch nicht erschöpften Trickkiste wünschen, mit dem man am Computer Zeit sparen kann.

Wo ist Walter, ääh Tiffany: Eine Zerlegung – Teil 1

Tiffany Dover, das Maskottchen der Impfkampagne, fällt nach der plakativen Live-Impfung in Ohnmacht und verschwindet dann von der Bildfläche. Wir wollen jetzt natürlich wissen, ob die Impfung gefährlich ist oder nicht. Was wirklich daninter steckt, entscheidet für viele Menschen außerdem darüber, ob sie der ganzen Impfkampagne vertrauen können oder nicht. Doch von den Nachrichtenseiten gibt es nur einen dürftigen Einheitsbrei serviert. Genau genommen servieren sie uns zwei Einheitsbreie – passend zu der bestehenden Polarisation von „Verschwörungstheoretikern“ auf der einen und „Schafen“ auf der anderen Seite.

Die einen schreiben soetwas wie: „Die Krankenschwester Tiffany Dover, die sich live hat impfen lassen, ist nach der Impfung ohnmächtig geworden. Sie gab dann später ein Interview, in dem sie erklärte, dass sie an einer Krankheit leide, bei der dies nichts ungewöhnliches sei. Danach hat man erst mal nichts von ihr gehört. Jetzt machen sich Gerüchte breit, sie wäre gestorben. Aber das Krankenhaus sagt, sie sei zuhause und es gehe ihr gut.“ Die anderen schreiben soetwas wie: „Die Krankenschwester Tiffany Dover aus der Corona-Impfung Werbekampagne fiel kurz nach der Impfung um und wurde bewusstlos. Seit dem hat niemand mehr von ihr auf all den sozialen Medien, wo sie sonst immer aktiv war, etwas von ihr gehört. Auf einer Website, wo Todesberichte angefordert werden können, wird sie bei einer Suche gelistet.“

Welche Nachrichten sind wahr? Ganz einfach: vermutlich beide. Sie widersprechen sich nicht. Es liegt alles in der Formulierung und in der Interpretation, zu der das jeweilige Medium den Leser hinführt. Tiffany Dover ließ sich live impfen, sie wurde ohnmächtig, sie sagte sie leide an einer Krankheit, bei welcher man von leichten Schmerzen ohnmächtig werden kann, sie wurde bei der Website, wo Todesberichte angefordert werden können, gelistet, und das Krankenhaus sagte es würde ihr gut gehen. Nichts von hier widerspricht sich. Aber was ist denn nun im Hintergrund genau passiert?

Eines ist ziemlich klar: Die Auflistung bei der oft zitierten Website für death reports hat nichts zu sagen. Aufgelistet werden Personen, die es zumindest einmal gab, die also im System sind. Neben der Person erscheint ein Link für den „death report“, den jeder anfordern kann. Death report heißt in dem Fall ein Report darüber, ob die Person tot ist, und wenn ja, wann und wo diese Person gestorben ist. Das erklärt warum eine Anfrage nach den death reports von Personen namens „Jason Kaufmann“ dieselben 65 Ergebnisse ausspuckt wie eine Anfrage für deren birth records.

Ich fand nie in natura ein besseres Beispiel für den Bestätigungsfehler, wo Menschen sich in eine These hineinsteigern, weil sie nicht versuchen, dessen Gegenthese zu beweisen. Jeder, der auf der betreffenden Website nach Menschen (lebhaft in den USA) sucht, von denen er weiß, dass sie noch leben, wird diese finden. Viele Amerikaner taten etwas geniales und suchten dort nach sich selbst und fanden sich. Die Sache mit der Todesliste ist also Quatsch. Deshalb: immer die Gegenthese prüfen!

Das Gesetz der Logik nehmen sich auch selbsternannte „Fact Checkers“ nicht immer so zu Herzen, obwohl es ihr Job wäre. Mehrere Fact Checker Websites berichteten eine kuriose Hirnwindung: Seit Tiffany nicht mehr auffindbar ist, würden sich Gerüchte breit machen, sie wäre tot, das könne aber nicht sein, weil das Krankenhaus bestätigt, dass sie noch lebt. Mit anderen Worten: Seit Tiffany weg ist, behauptet das Krankenhaus, es ginge ihr gut, wohingegen mehrere Personen bestätigen, dass sie gestorben ist. Das zeigt wie Hineinsteigerung auch genau anders herum ablaufen kann. Wer als Kind schon einmal zur falschen Zeit am falschen Ort war, weiß vielleicht, wie vertrackt es auch manchmal ist, wenn man der erste ist, der gefragt wird, was passiert sei. Weil die Erwachsenen skeptisch sind, wird das erste als schwammige Behauptung einsortiert, das zweite, von dem man sich mehr Aufschluss erhofft, als Bestätigung oder Widerlegung. Wenn das als zweites gefragte Kind einen dann in Selbstschutz beschuldigt, die Bonbons geklaut zu haben, ist man bei manchen Erwachsenen immer gleich dran, weil das Zweitgesagte als die Wahrheit angesehen wird.

Noch ein Punkt macht deutlich, dass die Tiffany Dover Geschichte ein perfektes Beispiel für die Hineinsteigerung ist, der wir Menschen zum Opfer fallen, wenn wir halbherzig urteilen: Auch gewählte Formulierungen kann sich jeder nach eigenem Gusto auf der Zunge zergehen lassen. Z. B. sagte uns der Arzt Dr. Jesse Tucker: Dass Tiffany Dover ohnmächtig wurde, „hat nichts mit der Impfung zu tun.“ Wer seine schlechte Meinung über die Impfung bereits in Stein gemeiselt hat, versteht es so, dass es laut Tuckers Aussage Zufall wäre, dass Tiffany nach dem Impfen umgefallen ist, so als hätte sie auch beim Kaffee Trinken einfach umfallen können. Mit dieser Lesart kann man den Arzt leicht diffamieren. Die richtige Lesart ist imho vielmehr die, dass Tiffany’s Ohnmacht Tucker’s Ansicht nach nichts mit dem Impfstoff zu tun habe, sondern mit der Tatsache, dass sie mit einer Nadel gestochen wurde. Es ist deutlich einfacher seine Mitmenschen richtig zu verstehen, wenn man versucht sie richtig zu verstehen!

Wie immer es die Menschen anstellen, das wichtigste ist ihnen, alles, was sie nicht glauben wollen als Behauptungen anzusehen, die detektivisch untersucht werden müssen, und das, was sie glauben wollen, durchzuwinken – es kurzerhand gar als den Faktencheck zu deklarieren. Es sei denn natürlich, ein Mensch hat die Persönlichkeitsstärke, das Gesetz der Warheit über sein egoistisches Wunschdenken zu stellen.

Aber was ist denn jetzt wirklich passiert? Es ist schwer zu sagen, ich finde keine neueren Nachrichten mehr über den Fall, obwohl es die Menschen brennend interessieren müsste. Aber: Ich hatte mir bereits über die Feiertage die Mühe gemacht, das Interview mit Tiffany Dover ca. einhundert Mal anzusehen und aussagepsychologisch zu analysieren. Meine noch stichpunktartige Analyse werde ich noch auswerten und -formulieren und in Teil 2 dieses Beitrags veröffentlichen. Nur soviel vorneweg: Tiffany scheint eine durch und durch aufrichtige Lügnerin zu sein. Falls derweil jemand neueres zu dem ganzen Fall findet, freue ich mich riesig über eine Nachricht.

Die Vernetzung des Zwischennetzes

Damals, in einer Zeit als das Computerleben eine Subkultur langhaariger Kellerkinder war, als wir noch auf gut Glück einen Suchbegriff zwischen ein „www.“ und ein „.com“ setzten – in jener Zeit, da sind wir noch anders durch das Weltnetz gebummelt. Damals, als der Browser noch nicht mit uns gesprochen hatte und niemand von einem Goggel belästigt wurde, da hatte jede Website eine Linksammlung. Wenn man eine Website kannte und wollte mehr von diesem wundersamen „Internet“, so klickte man im Navigationsmenu dieser Website auf „Links“. Dann tauchte eine Liste blauer, unterstrichener Wörter auf, von denen man wusste, wenn man auf eines klickte, würde ein weiteres Zauberdokument im Computer erscheinen. Eines, von dem man wusste, dass es nicht auf dem Speicher des Computers existierte. Es gab diese Rubrik auf jeder Seite, man konnte sich einfach darauf verlassen. Wer gut war, der konnte durch bloßes Links-Surfing einen Weg von http://www.deutschepost.de zu http://www.fliegendesspaghettimonster.de finden (nur mal als Beispiel, hab gerade geguckt: letztere Website wurde leider bis heute von niemandem erstellt). Wer gar keine Website kannte, war aufgeschmissen, denn er befand sich in einem Teufelskreis, den er nicht durchbrechen konnte. Es sei denn natürlich, er tippte „www.“, dachte sich noch ein lustiges Wort aus, und konkludierte mit „.com“

Der damalige Zustand hatte viele Nachteile. Es dauerte länger etwas bestimmtes zu finden, viele Menschen trauten sich nicht an dieses wirre Hypertext-Gebilde des World Wide Web und man musste sein Hirn anstrengen, um etwas zu finden. Die Linklisten sind seid der Suchgewohnheit rar geworden. Das hätten sie meiner Meinung nach nie tun dürfen. Ich habe mich sehr an sie gewöhnt und hatte viel Spaß an ihnen. Es war einfach schön zu sehen welche Seiten miteinander befreundet sind und welche Verknüpfungen in der Welt bestehen. Das Gehirn verarbeitete die Verlinkungen mit und es entstand eine deutlichere Vorstellung des Netzes.

Einen gerne vergessenen Vorteil haben die Linklisten auch noch: Man kann dort unter Umständen exklusive Schatzkisten finden, die nicht auf Suchseiten auftauchen. Grund dafür könnte sein, dass diese Seiten wenig Traffic haben, weil die Welt noch nicht bemerkt hat, wie wertvoll diese Seiten sind. Möglich ist auch, dass sie von kommerziellen Suchseiten bewusst umgangen werden – z. B. um Politik zu machen.

Weil ich ein überzeugter Links-Surfer bin, habe ich mich entschieden, selbst auf meiner Seite eine solche Linkliste zur Verfügung zu stellen. Noch ist sie sehr klein, aber sie wird wachsen. Als Fan des Bookmarkens habe ich in meinem Browser ca. 10.000 Bookmarks. Woher ich das weiß? Ich habe gerade aus Neugierde meine Bookmarks in eine .html Datei exportiert, diese mit meinem Browser geöffnet, den Text in Kate eingefügt, welches die Zeilen für mich zählt, und dabei ist die Zahl 10.426 herausgekommen. Wenn man die Leerzeilen abzieht, dürften es ungefähr 10.000 Bookmarks sein. Vielleicht bin ich ja total bekloppt, aber ich habe in Firefox keine Möglichkeit gefunden, mir die Zahl anzeigen zu lassen.

Die Bookmarks sind wohl organisiert und ich werde in nächster Zeit immer wieder mal für euch sehen, welche meiner hiesigen Linkliste würdig sind.

Das Erste Mal ist immer scheiße…

…man stellt große Erwartungen, die es einem nur erleichtern, enttäuscht zu werden. Man möchte es perfekt machen, macht unsichere Vor- und Zurückbewegungen, ohne auf den Punkt zu kommen. Warum also nicht das Erste Mal gezielt hinschmieren, um es hinter sich zu bringen – einfach um sicherzustellen, dass das nächste Mal nicht mehr das Erste Mal sein würde?

Dies ist mein erster Blogbeitrag, auf meinem ersten Blog. Und ich bin mir sicher, dass er so richtig scheiße ist. Zumindest gebe ich mir alle Mühe, ihn in den Sand zu setzen. Eigentlich frage ich mich, warum es so lange gedauert hat, bis ich endlich einen Blog erstellte, wo ich doch ganz genau wissen müsste, dass das genau das ist, wovon ich all die Jahre geträumt hatte.

Ich hoffe du hast mächtig Spaß, Freude und Unterhaltung mit meinen Blog-Beiträgen. Vielleicht gelingt es mir sogar deine kognitiven Bedürfnisse nach geistiger Anregung und ähnlichem zu befriedigen. Manchmal bin ich ein (denk)anstößiger Bengel, mal sehen, vielleicht gefällt dir das sogar.

Nun dann, ich freue mich schon auf meinen ersten Blogbeitrag, der nicht mehr der erste ist. Ich hoffe du auch: hey, es kann nur besser werden!